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Distinction under Construction

Distinction under Construction/Feine Unterschiede im Bau

 

Pierre Wenzel talks with Alexa Färber about "Mabeye Deme: 142 Rue mère Yacine." by Les éditions de l’oeil (2022). Vienna, June 8, 2026

 

“We see in the foreground this transparent piece of fabric through which Mabeye Deme is taking pictures.”

“Im Vordergrund sehen wir dieses durchsichtige Stück Stoff, durch das Mabeye Deme seine Fotos aufnimmt.”

 

Everyday life in Dakar: People walk, stroll, or hurry up and down a poorly paved street; while others transport goods back and forth by bicycle, cart, or even horse. Children play on that very same street, and: construction is underway. Movement is captured in chronophotographic sequences. Yet something is unusual. The color photographs, varying in size and scattered across the pages, appear grainy or as if painted. In fact, the street scene was photographed through a piece of fabric.

As urban anthropologist Pierre Wenzel flips through 142 Rue mère Yacine (2022), he points to the wear and tear of the fabric and its repairs—a subtle temporal layering that aligns with the book’s chronological structure.

Something else becomes clear step by step: Photographer Mabeye Deme set up his camera inside a fabric tent, aimed directly at the same stretch of street, documenting the progress of renovating a single-story house. Concrete, a central focus of Wenzel’s research in Dakar, is also made here with delivered sand and water, then used in construction. The work doesn’t always progress evenly. Sometimes, repairs or even dismantling are needed; at other times, everything pauses for a while. And, as everywhere else, the will to build reflects a desire to express social mobility. Staying in place means showcasing the subtle differences in both private and public spaces.

“This reflects also his positionality as a photographer, always in and out, taking pictures from the outside, but being part of the the urban life.”

 

Alltag in Dakar: Menschen gehen, schlendern oder eilen eine wenig befestigte Straße auf und ab; während andere mit Rädern, Wagen, oder auch Pferden Dinge hin und her transportieren; Kinder spielen auf eben jener Straße und: es wird gebaut. Bewegung wird chrono-photographisch sequenziert. Doch etwas ist seltsam. Die unterschiedlich großen, über die Seiten verteilten Farbfotografien wirken körnig, oder wie gemalt. Tatsächlich ist die Straßenszenerie durch ein Tuch fotografiert. Der Stadtanthropologie Pierre Wenzel verweist beim Durchblättern von „142 Rue mère Yacine” (2022) auf den Verschleiß des Stoffs und auch die Ausbesserungen; eine feine zeitliche Dimensionierung, die auf das chronologische Ordnungsprinzip des Buchs nachvollziehbar macht.

Noch etwas erschließt sich Schritt für Schritt: Der Fotograf Mabeye Deme hat seine Kamera in einem Zelt aus Tuch aufgebaut und frontal auf den immer gleichen Straßenausschnitt gerichtet und so den Fortgang den Umbau eines einstöckigen Wohnhauses dokumentiert. Beton, der im Zentrum von Wenzels Forschung in Dakar steht, wird auch hier mit dem angelieferten Sand und Wasser hergestellt sowie mit verbaut. Die Arbeit scheint nicht immer gleichermaßen voranzugehen. Auch am Bau müssen Dinge ausgebessert oder gar zurückgebaut werden; manchmal stehen sie auch für eine Weile still. Und wie überall anders auch zeugt der Wille zum Bauen vom Wunsch, der sozialen Mobilität Ausdruck zu verschaffen. Vor Ort zu bleiben, bedeutet die feinen Unterschiede im privaten wie öffentlichen Raum zur Schau zu stellen.

“Das spiegelt auch seine Position als Fotograf wider – immer zwischen Drinnen und Draußen, Fotos von außen machen, aber gleichzeitig Teil des städtischen Lebens sein.”

 

“In terms of precarity, this is about the means to build. But also, this concrete that is cracking and that always needs repair.”

“Im Hinblick auf Prekarität geht es hier um die Mittel zum Bauen. Aber auch um den Beton, der Risse bekommt und ständig repariert werden muss.”

 

“It's a hand lift, weight lift, it's very heavy on the body.”

“Es ist eine Handhebezug, ein Lastenzug – sehr belastend für den Körper.”

 

“I think that construction is always an aspiration.”

“Ich denke, Bauen ist immer auch ein Ausdruck von Ambition.”

 

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